
Institut für Musik
Forschungsprojekte
Kontakt
Prof. Dr. Freia Hoffmann
Tel: +49 (0) 441 - 798 2080
E-Mail: freia.hoffmann
uni-oldenburg.de
- Sexuelle Übergriffe im Instrumentalunterricht
- Umbrüche und Abbrüche im musikalischen Werdegang von Rock-/Pop- und Jazz-InstrumentalistInnen
- Geschlechtstypisches Musiklernen
- Die Entwicklung der Singstimme von Kindern und Methoden ihrer Förderung im Kontext Schule
Musik vermitteln in Kompositionsprojekten mit Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Eine empirische Untersuchung schulischer Projektarbeit
Spätestens mit dem Film „Rhythm is it“ wurde die Kooperation von Musikern und Orchestern mit Schulen im Rahmen von Projektarbeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Seit diesem Zeitpunkt führen immer mehr Veranstalter entsprechende Kompositionsprojekte an Schulen durch, flankiert von Wettbewerben und Initiativen zur Förderung solcher Kooperationen (teamwork, Kinder zum Olymp). Neben den vielfältigen Projektdokumentationen gibt es allerdings noch kaum wissenschaftliche Annäherungen an die Bedingungen und Umstände, die für solche Projekte notwendig und förderlich sind. Julia Wieneke nähert sich dieser Aufgabe zunächst mit Interviews, in denen gemeinsam mit ExpertInnen wichtige Kriterien herausgearbeitet werden. Diese sollen dann vor Ort in der Schule mit Hilfe systematisierter Beobachtungsbögen, von den Schülern verfassten Hörtexten und Interviews überprüft werden.
Stand: laufend
Sexuelle Übergriffe im Instrumentalunterricht
Ein Thema, das in vielen Zusammenhängen der Musiklehrerausbildung präsent ist, von der wie zufällig-absichtslosen Berührung, die einer Schülerin suspekt vorkommt, über verbale Schlüpfrigkeiten bis hin zur handfesten Belästigung oder körperlichen Gewalt: Solche Verletzungen der persönlichen Integrität sind für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Musik und dem Musizieren verbunden. In Zusammenarbeit mit einer Psychologin, einer Juristin und mehreren Frauenbeauftragten ist ein Buch entstanden, das erstmals mit Fallbeispielen, umfassenden Informationen und Richtlinien (Beispieltexten) Information und Hilfe bietet.
Mitarbeiterinnen: Anja Herold, Marion Gerards
Publikation: Freia Hoffmann (Hrsg.): Panische Gefühle. Sexuelle Übergriffe im Instrumentalunterricht (= üben & musizieren. Texte zum Instrumentalunterricht), Mainz usw. 2006
Das Forschungsprojekt wird wegen zahlreicher Rückmeldungen weitergeführt.
Umbrüche und Abbrüche im musikalischen Werdegang von Rock-/Pop- und Jazz-InstrumentalistInnen
Während bisher erfolgreiches Instrumentallernen im Vordergrund des wissenschaftlichen Interesses stand, hat Anja Herold Umbrüche und Abbrüche im musikalischen Werdegang in den Blick genommen. Auf der Basis von qualitativen Interviews mit 18 GesprächspartnerInnen sind nicht nur die näheren Umstände motivational bedingter Krisen und Abbrüche beleuchtet worden, sondern auch die Vorgeschichten, also langfristige Lernprozesse und musikalische Aktivitäten, in denen durchaus auch erfolgreiches Lernen stattfand. Thema dieser Dissertation sind also Bedingungen, die das Instrumentallernen im positiven wie negativen Sinn beeinflussen und die im pädagogischen Alltag meist unreflektiert bleiben.
Die Dissertation ist 2008 unter dem Titel "Lust und Frust beim Instrumentalspiel. Umbrüche und Abbrüche im musikalischen Werdegang" als Band 5 der Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts im BIS-Verlag erschienen.
Stand: 2007 abgeschlossen
Geschlechtstypisches Musiklernen
Ilka Siedenburg hat für ihre Dissertation über 300 Musik-Lehramtsstudierende der Länder Niedersachsen, Bremen und Hamburg mittels eines ausführlichen Fragebogens über ihre musikalische Sozialisation befragt: über ihre musikalischen Aktivitäten in Kindheit und Jugend, über Einflüsse von Familie, Bildungsinstitutionen und Medien, Musikpräferenzen zwischen Kunst- und Populärer Musik, Kompositions- und Improvisationserfahrungen, Einflüsse von Peergroups und informelles Lernen. Die Ergebnisse sind nicht nur im Bezug auf Geschlechterunterschiede hochinteressant, sondern legen auch eine Reihe von institutionellen und musikpädagogischen Maßnahmen nahe.
Stand: 2007 abgeschlossen
Die Entwicklung der Singstimme von Kindern und Methoden ihrer Förderung im Kontext Schule
Wibke Gütay (geb. Freudenhammer) evaluiert im Rahmen einer zweijährigen Längsschnittstudie durch regelmäßige Datenerhebungen an SchülerInnen in „Chorklassen“ die Entwicklung der Kinder unter dem Einfluss der Stimmbildung im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (Regelunterricht Musik). Der Einfluss des Chorsingens und des Stimmbildungsunterrichts in Kleingruppen auf die quantitative Entwicklung der Stimmen wird durch Messungen von Stimmleistungsparametern untersucht (Sing- und Sprechstimmfeld, Tonhaltedauer, Frequenzstabilität). Mit Hilfe eines vokalen Reproduktionstests wird die musikalische Singleistung der Kinder als ein weiteres Kriterium musikalischer Entwicklung erfasst. Durch Fragebogenerhebungen bezüglich ausgewählter Aspekte des Selbstkonzeptes werden weiterhin verschiedene Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung untersucht.
Im Rahmen der Studie soll somit eine Annäherung an die Frage stattfinden, ob ein gezieltes Stimmtraining Einfluss auf die gegenwärtig dominierenden stimmtechnischen und motivatorischen Defizite bei SchülerInnen, insbesondere bei Jungen, zeigt.
Stand: Abschluss der ersten beiden Datenerhebungen
