
Institut für Musik
Gender-Studies
An den Universitäten der USA gibt es seit einigen Jahrzehnten in vielen Fächern Gender-Studies (zu deutsch etwa „Geschlechter-Studien“), die an der Universität Oldenburg seit Anfang der 1980er Jahre ebenfalls verankert sind und sich in Forschung und Lehre mit kulturgeschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen beschäftigen:
Kontakt
Prof. Dr. Freia Hoffmann
Tel: +49 (0) 441 - 798 2080
E-Mail: freia.hoffmann
uni-oldenburg.de
Wie haben sich verschiedene Lebenswelten und Lebenserfahrungen der Geschlechter in die Kulturen eingeschrieben? Oder bezogen auf musikwissenschaftliche Gender-Studies: Macht es einen Unterschied, ob Musik von Männern oder von Frauen hergestellt, aufgeführt und rezipiert wird? Eignen sich Mädchen und Jungen Musik in unterschiedlicher Weise an? Warum haben Frauen so selten sinfonische Werke komponiert? Trägt die Komposition einer "Schöpfung“, einer "Schicksalssinfonie", einer "Sinfonia domestica" oder eines Rockmusicals „männliche“ Züge, weil ihre Urheber Männer waren? Warum ist es so schwierig, bedeutsame Werke von Komponistinnen ohne besondere Etikettierungen in Konzertprogramme, den CD-Markt und die Musikgeschichtsschreibung zu integrieren? Hat die formale Gleichberechtigung seit dem 20. Jahrhundert die Geschlechter musikalisch "gleich" gemacht?
Dass diese Fragen keineswegs nur von historischem Interesse sind, zeigt ein Blick auf die Studierenden selbst. In der Instrumentenwahl, in Lern-Strategien, in der Wahl von Studiengängen (z. B. Kompositions- und Dirigierklassen), in der Berufsperspektive unterscheiden sich Männer und Frauen auch heute noch deutlich. Und besonders lehrt der Blick in die Schulwirklichkeit, dass wir die Frage nach dem Verhalten der Geschlechter ernst nehmen sollten. Denn hier können Weichen gestellt werden für einen gewaltfreien, emanzipierten Umgang miteinander, auch in musikalischer Hinsicht. Gender-Studies im Musikstudium haben also verschiedene Dimensionen, eine historische, eine soziologisch-systematische und eine didaktisch-pädagogische.
Zum Profil des Faches trägt besonders die Zusammenarbeit mit dem Sophie Drinker Institut für musikwissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung bei, das 2001 von Prof. Dr. Freia Hoffmann mitbegründet wurde. Seit 2003 besteht ein Kooperationsvertrag mit der Carl von Ossietzky Universität (An-Institut), der Studierenden und DoktorandInnen hervorragende Arbeitsbedingungen bietet.
Website des Sophie Drinker Instituts