Roberto Reale (Oldenburg)Wenn Böse sein zum guten Ton gehört − Entwicklung sprachlicher und musikalischer Inhalte von Hip-Hop und Rap |
Abstract des VortragsIn kaum einer anderen zeitgenössischen populären Musikrichtung ist die Präsenz des Bösen als stilprägendes Mittel deutlicher wahrnehmbar als in der heutigen Hip-Hop- und Rap Musik. Spätestens seit der Entstehung des "Gangsta-Rap" in den 90iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind die rappenden Schwerverbrecher, Zuhälter, Schlägertypen und Pornoproduzenten nicht mehr von der musikalischen Bildfläche wegzudenken. Ihre mediale Verbreitung durch die Radio- und Musikfernsehsender hat sie zu einem festen Bestandteil der Jugendkulturen überall auf der Welt gemacht und verleiht ihnen eine vielleicht unterschätzte Macht. In meinem Vortrag wird der Weg des Bösen in die Hip-Hop- und Rap Musik bis auf seine Ursprünge zurückverfolgt; dadurch sollen die entscheidenden Entwicklungen nachvollziehbar gemacht werden, die zu dem jetzigen Daseinszustand der Hip-Hop- und Rap Musikszene geführt haben und Kriterien benannt werden, die eine kritische Auseinandersetzung mit ihr ermöglichen. BiografieRoberto Reale, geb. 1974, studierte zunächst Gartenbauwissenschaften an der Universität Hannover und schloss das Studium im Jahr 2000 mit dem Diplom ab. Seit 2001 studiert er Musik und Anglistik an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Ein Schwerpunkt seiner musikalischen Ausbildung ist dabei der Kompositionsunterricht bei Prof. Violeta Dinescu. Seit 2003 ist er regelmäßig Stipendiat des Festivals junger Künstler in Bayreuth. Dort besuchte er Komponistenworkshops bei Prof. Peter Michael Hamel und Prof. Fredrik Schwenk. Seine ersten Werke wurden im Rahmen des Komponisten-Colloquiums an den Universitäten Oldenburg und Dortmund sowie an der Musikschule in Hamburg aufgeführt. Neben seinem Studium ist er in der musikalischen Gestaltung verschiedener Theaterproduktionen an der Landesbühne Wilhelmshaven und dem Theater der jungen Welt in Leipzig tätig. |
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